Modern Art

Serge Guilbaut: How New York Stole the Idea of Modern Art How New York Stole the Idea of Modern Art How New York Stole the Idea of Modern Art: Abstract Expressionism, Freedom and the Cold War 

Serge Guilbaut hat Kunstgeschichte und Philosophie in Bordeaux und Los Angeles studiert und ist nach seinem Studium Professor in Vancouver geworden. Sein Buch mit dem irritierenden Titel ist eine Übersetzung aus dem Französischen, als es 1997 auf Deutsch erschien, hat die Übersetzerin Ulla Biesenkamp sowohl die französische als auch die englische Version berücksichtigt, um die Übersetzungsfehler des englischen Textes zu vermeiden. Als das Buch erschien, löste es ein mittleres Erdbeben in der Kunstszene aus. Zumal es auch eine Attacke auf alle lieb gewordenen Ansichten der führenden amerikanischen Kunstkritiker war. Deren Isolation beklagt Guilbaut sicher zu Recht, das ist in der Literaturwissenschaft nicht viel anders. Es läuft auf die relativ simple Überzeugung hinaus, dass amerikanische Kunst nur von amerikanischen Kritikern verstanden werden kann. Und die am liebsten die amerikanische Kunst von der Geschichte und Sozialgeschichte abkoppeln möchten. Wir hier in Amerika haben den abstrakten Expressionismus erfunden, basta. Wenn jemand die Zusammenhänge zwischen der amerikanischen Kunst von den dreissiger Jahren bis in die fünfziger Jahre an die Zeitgeschichte koppelt, dann mag man das in der New Yorker Kunstszene nicht so sehr. Man möchte sich als einsamer Schöpfer grosser origineller Werke verstehen, nicht in den Zusammenhang mit Roosevelt, Stalin und McCarthy gestellt werden. Obgleich es schon etwas rätselhaft bleibt, weshalb so viele, die unter Roosevelt gesellschaftskritische Kunst produziert haben, plötzlich abstrakte Maler werden. Dies ist ein wichtiges Buch für das Verständnis moderner Kunst, auch 25 Jahre nach seinem Erscheinen noch. Die vier Kapitel über die Ent-Marxisierung der Intelligenz, Künstler im Zweiten Weltkrieg und die Entstehung der Avantgarde sind mit Anmerkungen, programmatischen Schriften der Künstler und Bildbeispielen reichhaltig versehen. Es ist eine Streitschrift von großer Originalität gewesen, heute ist es schon, ob die Amerikaner nun wollen oder nicht, ein Standardwerk.

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