Deutsche Architekten

Dies Buch ist eine Art Komplementärgeschichte zu dem viel besseren und wichtigeren Buch Jüdische Baumeister in Deutschland: Architektur vor der Shoah von Klemens Klemmer (1998 bei der Deutschen Verlagsanstalt erschienen). Bei Durth werden deutsche Architekten behandelt, die um 1900 geboren wurden, und deren erste berufliche Schaffensphase in die Zeit des Nationalsozialismus fällt, Albert Speer ist wahrscheinlich der bekannteste von ihnen.

Ein wenig problematisch ist die Auswahl und Gewichtung der behandelten Architekten bei Durth schon. Gehört Paul Bonatz wirklich in diesen Band? Warum wird Schultze-Naumburg nicht ausführlicher behandelt (auch wenn er aus einer anderen Generation kommt)? Warum zitiert der Verfasser kein einziges Mal Wilhelm Pinder mit seiner Theorie der Generation? Die simple Antwort wäre natürlich: weil er kein Kunsthistoriker ist. Er hat Architektur und Soziologie studiert, und ist Professor in Darmstadt. So interessant ich sein Buch finde (und das finden offensichtlich viele Leser: dies ist die dritte Auflage seit dem Erscheinen 1986 – wohingegen Jüdische Baumeister in Deutschland: Architektur vor der Shoah vergriffen ist), es ist nicht das letzte Wort über die deutsche Architektur von 1900 bis 1970. Wenn man Klemens Klemmers Buch dagegen liest – und das sollte man unbedingt tun – wird man ein ganz anderes Bild der deutschen Architekturgeschichte erhalten.

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