Sammler

Die junge englische Kunsthistorikerin Victoria Coltman, die jetzt auf dem Bucheinband Vicci Coltman heißt, hatte von der Henry Moore Stiftung 30.000 Pfund als post-doctoral research grant bekommen, um ihre Dissertation zu einem Buch zu erweitern. Die Stiftung und das Courtauld Institute können mit dem Ergebnis zufrieden sein, denn es ist etwas sehr Substantielles dabei herausgekommen.

Das Buch ist dem Klassiker von Haskell und Penny Taste and the Antique: The lure of classical sculpture 1500-1900 ähnlich, konzentriert sich allerdings nur auf das 18. Jahrhundert in England. Obgleich das Buch sicher auch die einzelnen Skulpturen würdigt, liegt das Hauptinteresse der Autorin darauf, eine Sozialgeschichte der culture of collecting zu schreiben. Und so werden dann auch die großen Sammler wie Charles Townley und Lord Lansdowne gewürdigt, ebenso wie die Maler und Händler Gavin Hamilton und Thomas Jenkins, die jetzt von Rom aus die englische Upper Class mit antikem Marmor versorgen.

Das sehr gut geschriebene Buch enthält mehr als hundert Illustrationen, hat natürlich einen Index und eine sehr ausführliche Bibliographie. Und leserfreundlich die Fußnoten auf der gleichen Seite. Für Kunsthistoriker, die sich mit dieser Zeit beschäftigen, ist es sicher ein Muss, aber auch für den gebildeten Laien gibt das Buch ein faszinierendes Bild der englischen Oberklasse, die jetzt dem Neoklassizismus verfallen ist.

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