Carl Larsson

 

Malen konnte er ja, dieser Carl Larsson, der heute vor 159 Jahren geboren wurde. Wie man auf diesem schönen Portrait seiner Frau und einem seiner Kinder sehen kann. Vielleicht hätte er so malen sollen wie ➱Anders Zorn, mit dem er befreundet war. Er ist in der Malerei aber seinen ganz eigenen Weg gegangen, hat beinahe nur noch sein Sommerhaus und seine Kinder gemalt. Das Haus in Sundborn heißt Lilla Hyttnäs, es ist heute ein Carl Larsson Museum. Nach den ersten Ölgemälden benutzt Larsson beinahe nur noch Wasserfarben. Lichtdurchflutet, pastellig. Ein ewiger schwedischer Sommer. Und immer wieder die Inneneinrichtung des Hauses, wahrscheinlich ein Vorbild für die schwedische Möbelindustrie.

Was wäre IKEA ohne ihn? Nein, ganz im Ernst. Die hatten nicht nur ein Sofa namens Sundborn im Angebot, die haben in ihren Katalogen auch immer wieder die Innenräume von Carl Larssons Bilderwelt nachgestellt. Ich kann bei IKEA nicht so richtig mitreden, weil ich wahrscheinlich der einzige Deutsche bin, der kein Billy Regal hat. Ich habe meine Bücherregale immer bei Lundia gekauft. Ist auch schwedisch, ist aber besser. Da kann man die Bücherregale mir Büchern füllen wie man will, sie biegen sich nicht durch.

Aber ich möchte noch einmal auf die Anfänge von Carl Larsson zurückkommen. Das Bild hier ist auch von ihm, gemalt in der französischen Künstlerkolonie Grez-sur-Loing. Dort hat er auch seine Frau, die schwedische Malerin Karin Bergöö, kennengelernt. Die beiden waren schnell der Mittelpunkt der Künstlergemeinde. Ein Bild wie Kröyers Gartenfest in ➱Skagen hätte auch hier gemalt werden können, mit den Larssons mittendrin.

Unter der Sonne Frankreichs hat der junge Schwede ein Naturerlebnis, das für ihn eine Wende darstellt: Zum ersten Mal sah ich die Natur. Ich warf meine bizarren Ideen auf den Kehricht und meine merkwürdigen Gedankenkombinationen in den See. Da mögen sie liegen. Nein, jetzt habe ich die ganze Natur umarmt, sie möge so einfach sein, wie sie will. Die junge brünstige Erde soll jetzt das Vorbild für meine Malerei werden. Aber von dieser Phase seines Werks wird wenig bleiben.

Was uns bleibt, ist das sonnenlichtdurchflutete Wohnzimmer von Sundborn als Vorbild für die IKEA Ästhetik. Und tausende von Postkarten, Bilderbüchern und Kalendern, die einen ewigen schwedischen Sommer zeigen. So nett das alles ist – und wer hat noch nie eine Carl Larsson Postkarte verschickt? – ich wünschte mir, er wäre als Maler einen anderen Weg gegangen.

So ist der der Maler des glücklichen Heims geworden (wie der Titel eines Buches über Larsson lautet), aber vielleicht hätte er seine bizarren Ideen nicht auf den Kehricht und seine merkwürdigen Gedankenkombinationen nicht in den See werfen sollen. Und malen sollen wie seine Freunde Anders Zorn und August Strindberg. Oder wie Fanny Brate, von der dieses Bild stammt, das wie ein Larsson aussieht.

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