Hansjörg Schneider

Ach, ich mache heute einfach mal ein wenig Reklame für Hansjörg Schneider. Er hat mir nämlich geschrieben, dass er gerade eine neue Ausstellung hat. Da rechts auf dem Bild ist er, ich habe ihn gleich wiedererkannt, obgleich ich ihn seit zwanzig Jahren nicht gesehen habe. Er war einer unserer begabtesten Studenten. Nicht pflegeleicht, er hatte seinen eigenen Kopf. Er studierte nicht nur Englisch und Philosophie, er studierte daneben auch noch Kunst an der Muthesius Schule in Kiel. Kaum war er mit seinem Studium fertig, da erhielt er auch schon ➯Preise bei Wettbewerben, wie den Kunstpreis der Landesschau Schleswig-Holstein oder den Gottfried Brockmann Preis der Stadt Kiel. Als er sich vom Englischen Seminar verabschiedete, hat er mir eine Grafik geschenkt, unten rechts signiert.

Bei dieser Zeichnung, ➯Subway in London, wüsste ich, was sie bedeutet. Die Zeichnung, die ich habe, ist viel abstrakter. Ich weiß zwar nicht genau, was das schwarz-weiße Kunstwerk bedeutet – das weiß man ja häufig bei moderner Kunst nicht – aber ich finde es sehr schön. Die Grafik hängt bei mir neben einer Radierung von ➯Ekkehard Thieme, die aus seinem Moby-Dick Zyklus stammt, da weiß ich auch nicht, was sie bedeuteten soll. Das Geflecht von Linien hat etwas Geheimnisvolles. Natürlich hat Hansjörg Schneiders Bild ein schönes Passepartout und einen Rahmen bekommen, und manchmal sage ich zu Gästen: Das ist ein früher Schneider.

Wenn Sie wissen wollen, was der späte Schneider macht: Seine neue Ausstellung von Papierarbeiten heißtSchnittwerk, sie wird am Samstag, dem 27. Oktober 2012 um 14 Uhr mit einem Vortrag von Professor Dr. Günther Gercken eröffnet. Gercken ist kein Professor an einer Kunstschule, sondern ein emeritierter Professor für Biochemie an der Universität Hamburg. Er ist aber in Kunstkreisen kein Unbekannter, sein Name findet sich (als Beiträger oder Herausgeber) in einer Vielzahl von Ausstellungskatalogen zur modernen Kunst. Der Baselitz Sammler arbeitet zur Zeit an einem neuen Werkverzeichnis der Druckgraphik von Ernst Ludwig Kirchner.

Und natürlich gibt es im Anschluss einen Empfang, der Künstler wird anwesend sein. Das ist ja immer so. Und denken Sie bitte dran, den Sekt gibt es erst, wenn die Rede zu Ende ist. Das ist wie in einer Wagner Oper, It ain’t over till the fat lady sings. Ich war mal bei der Ausstellungseröffnung des Harald Duwe Schülers ➯Udo Dettmann, da haben sich die versammelten Künstler und die Studenten der Kunstgeschichte schon über den Sekt hergemacht, bevor Professor ➯Lars Olof Larsson seine Rede hielt. Die Stimmung im Saal war, na ja, sagen wir: sehr beschwingt.

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