Pablo Picasso

Heute vor vierzig Jahren ist ➱Pablo Picasso gestorben. Würden Sie glauben, dass dies ein Picasso ist? Als junger Mann hat er noch ganz anders gemalt, dieses Selbstportrait hatte er mit fünfzehn Jahren fertig, da hatte man ihn gerade in der Kunstakademie aufgenommen. Aber er wird die Malerei des ausgehenden 19. Jahrhunderts schnell hinter sich lassen, und wird der werden, den wir alle zu kennen glauben. Das Multitalent Picasso hat übrigens auch Gedichte geschrieben. Man hat mir gesagt, du schreibst. Ich traue dir ja alles zu. Wenn man mir eines Tages sagte, du hättest eine Messe gelesen, würde ich auch das glauben, hat seine Mutter gesagt.

Die Gedichte entstehen – in Spanisch und Französisch – in den dreißiger Jahren, als er sich in einer malerischen Schaffenskrise befindet. Für die nächsten zwanzig Jahre wird er nebenbei schreiben. Au fond, je suis un poète qui a mal tourné, sagt er einmal seinem Freund Roberto Otero. Es wird lange dauern, bis man die Gedichte lesen kann. Erst 1989 bringt Gallimard sie unter dem Titel Picasso: écrits heraus. Eine informative Einführung zu einer Gedichtsammlung in deutscher Übersetzung kann man ➱hier lesen.

Dies hier ist Picassos Freund Guillaume Apollinaire, 1916 von Picasso gezeichnet. Apollinaire trägt den Kopf bandagiert, wegen der Schrapnellwunde, die er gerade im Krieg erhalten hat. Da hat man den Leutnant Apollinaire nach der Operation erst einmal nach Hause geschickt. Er hat aber weiterhin in Paris stolz seine Uniform und seinen Kopfverband getragen. Und er hat Les Mamelles de Tirésias geschrieben, ein Stück, das ich sogar kenne, weil die Gabi (also das ist die Gabi mit dem ➱Francis Bacon Film und dem halben Ohnmachtsanfall bei ➱Manolo Blahnik im Laden) es mit ihrer Theatertruppe gespielt hat. Und da sie Kunst studierte, hat sie ein tolles Plakat für die Aufführung entworfen, das jahrelang in meinem Büro in der Uni hing.

Ich würde ja heute als Gedicht des Tages gerne ein Gedicht von Apollinaire präsentieren, das der auf Picasso geschrieben hat. Es beginnt:

Voyez ce peintre il prend les choses avec leur ombre aussi et d’un coup d’œil sublimatoire 
Il se déchire en accords profonds et agréables à respirer tel l’orgue que j’aime entendre 
Des Arlequines jouent dans le rose et bleus d’un beau-ciel. 

Aber es ist unmöglich, dieses Gedicht hier typographisch zu präsentieren, weil es wie ein kubistisches Gemälde aussieht. Klicken Sie doch einmal diese ➱Seite an.

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