18th century: Architecture

The stately Homes of England,
How beautiful they stand!
Amidst their tall ancestral trees,
O’er all the pleasant land;
The deer across their greensward bound
Through shade and sunny gleam,
And the swan glides past them with the sound
Of some rejoicing stream.

So sieht die erste Strophe des Gedichts The Homes of England von Felicia Dorothea Hemans im Original aus. Bekannter ist heute die Version von ➱Noel Coward:

The stately homes of England
How beautiful they stand,
To prove the upper classes
Have still the upper hand.
Though the fact that they have to be rebuilt,
And frequently mortgaged to the hilt
Is inclined to take the gilt
Off the gingerbread…

England hat viel an stately homes zu bieten, Touristen sind dafür immer dankbar gewesen. Die Bedrohung der historischen englischen Architektur durch Immobilienspekulanten scheint größer als die Bedrohung durch Kriege. Das liegt daran, dass es nur wenige Kriege im Land gegeben hat. Wenn wir einige Feldzüge gegen die Schotten und den englischen Bürgerkrieg im 17. Jahrhundert ausnehmen, bleibt den Deutschen das zweifelhafte Verdienst, englische Architektur zerstört zu haben. Um vieles, das heute noch steht, kümmert sich der National Trust, der über zweihundert country houses besitzt. Und der auch sehr gute Bücher publiziert. Das National Trust Book of English Architecture von James Maude Richards ist sicher eine gute Einführung in die englische Architektur.

Als ich den Post über den schottischen Architekten ➱Robert Adam geschrieben hatte, gratulierte mir ein Leser. Er schrieb, dass es sehr schön sei, dass in diesem Blog endlich einmal etwas über Architektur gesagt würde. Ich hatte nicht unbedingt das Gefühl, dass die wirklich zu kurz kommt. Also mal von mittelalterlichen ➱Sakralbauten und dem Vegesacker Architekten ➱Becker-Sassenhof abgesehen. Und ein kleiner Post über Architektur mit dem unauffälligen Namen ➱Oskar ist bei meinen Lesern ein richtiger Bestseller. Aber die berühmtesten Baumeister des 17. Jahrhundert, ➱Inigo Jones und ➱Christopher Wren haben in diesen Blog schon lange einen Post. Der Sitz des ➱Premierministers auch. Und aus dem 18. Jahrhundert sind Lord Burlington, Robert Adam und ➱Sir John Soane mit einem Post bedacht worden.

Ich gebe zu, dass Architekten wie John Vanbrugh und Nicholas Hawksmoor hier bisher zu wenig Beachtung geschenkt wurde. Obgleich es natürlich schon einen kleinen Post gibt, der ➱Stately Homes heißt. Ich habe hier einmal ein Bild von Vanbrughs Castle Howard, das wir natürlich kennen, wenn wir einmal als Touristen dort waren. Oder wenn wir die Serie Brideshead Revisited gesehen haben.

Selbstverständlich die schöne alte Version mit Jeremy Irons und Anthony Andrews, die schon in ➱Wildlederschuhe und ➱John Betjeman erwähnt wurde. Anthony Andrews ist übrigens mit der Erbin von ➱Daks-Simpson verheiratet. Das ist diese englische Traditionsfirma, die ihr architektonisch interessantes ➱Haus am Piccadilly verkauft hat und die jetzt irgendwelchen Japanern gehört. Diese kleine modehistorische Abschweifung bringt mich auf den Gedanken, noch einen Post über die Mode des 18. Jahrhunderts zu schreiben, vielleicht wird das ja noch was. Der dreiteilige Anzug mit dem justacorps, den Lord Vernon auf dem Bild von Gainsborough trägt, ist das Kleidungsstück, das sich im 18. Jahrhundert durchsetzt. Dabei belassen wir es erst einmal.

In dem Post über Sir Christopher Wren hatte ich schon einen kleinen Literaturbericht eingefügt, den ich gerne noch einmal zitiere: Für den Fall, dass Sie nun doch noch mehr über englische Architektur wissen wollen, hätte ich noch einige Literaturtips. Falls Sie lieber auf das Internet setzen, können Sie ➱hier eine einstündige Vorlesung über die Zeit von Wren hören. Und ➱hier gibt es noch ein Transkript dazu, beides kommt vom Gresham College, wo Wren einst lehrte. Aber so schön solche Internetveranstaltungen sein können, es geht doch nichts über ein gutes Buch.

Wenn Sie noch preiswert antiquarisch ein Exemplar von ➱John Betjemans A Pictorial History of English Architecture finden, haben Sie eigentlich alles, was für die Erstinformation nötig ist. Und das schöne Begleitbuch von Roy Strong zu der BBC Serie Spirit of the Age: Eight Centuries of British Architecture (BBC Classics) kann man bei Amazon.co.uk ganz billig bekommen. Neben John Betjeman, den zu lesen es immer lohnt, gibt es noch seinen Intimfeind ➱Nikolaus Pevsner (lesen Sie auch diesen ➱Post). In seinem bei Prestel erschienenen Buch Europäische Architektur: Von den Anfängen bis zur Gegenwart steht auch eine Menge zu Sir Christopher Wren.

Wenn ich Pevsner schon erwähne, muss ich natürlich auch das berühmte Lexikon der Weltarchitektur erwähnen. Wobei erstaunlicherweise die deutsche Ausgabe noch besser als die Originalausgabe ist, die Sir Nikolaus Pevsner, John Fleming und Hugh Honour 1966 als Penguin Dictionary of Architecture auf den Markt brachten. Auf 639 Seiten von ‚Aalva Aalto‘ bis ‚Zyklopenmauerwerk‘ die gesamte Weltarchitektur in konzisen Einträgen (inklusive weiterführender Literatur).

Für die Ausgabe des Prestel Verlags in München wurden die Originalstichworte noch einmal von deutschen Spezialisten überarbeitet und zum Teil umgeschrieben. Sehr große Erweiterungen des Originalwerkes gab es dabei von Orientalisten und Byzantinisten. Die Abbildungen sind, wie bei dem relativ kleinen Format des Bandes nicht anders zu erwarten, ein bisschen klein geraten. Aber das wird jeder Leser angesichts der Materialfülle gerne hinnehmen. Sir Nikolaus war mit der deutschen Ausgabe sehr zufrieden. Jeder Käufer und Leser dieses Bandes sicher auch.

Ich habe mit den vier Bildern in den obigen Absätzen die vier wichtigsten Stilrichtungen des 18. Jahrhunderts skizziert. Das erste Gebäude ist Winslow Hall, das vielleicht von Sir Christopher Wren gebaut wurde. Was jetzt für die Periode, in der William und Mary und Queen Anne herrschen, wichtig ist, ist der holländische Einfluss. Und der Backstein, den die Holländer als prägendes Stilmerkmal mitbringen.

Wenn man dann doch Türen und Fenster dekorativ weiß umrandet und die Tür weiß streicht, hat man (die langen Schornsteine nicht zu vergessen) einen Stil, der ein ganzes Jahrhundert hält. Und nach den jeweiligen Herrschern William and Mary, Queen Anne oder Georgian (wie Gunston Hall im sechsten Bild oben) genannt werden kann. Man kann heute noch darin wohnen, wie zum Beispiel im Westwell House in Kent, das im Lexikon der Weltarchitektur als Beispiel für den Queen Anne Style abgebildet wird. Auf dem Bild mit dem Pferdefuhrwerk scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Wir sind in Williamsburg (Virginia), das dank Rockefeller den Charme des 18. Jahrhunderts ausstrahlt (der Governor’s Palace wurde schon einmal in dem Post ➱Conegocheague erwähnt). Wir dürfen nicht vergessen, dass alles was architektonische Mode in England ist, schnell seinen Weg in die amerikanischen Kolonien findet. Und da heißt der Stil dann Colonial (oder Colonial Georgian).

Von einem Queen Anne Stil zu sprechen, kann ein wenig irreführend sein. Dies ist auch ein Haus im Queen Anne Stil, aber es stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Und es steht in Amerika. Ich habe auf diesen kuriosen Stil schon in dem Post über ➱Frank Lloyd Wright erwähnt. Es wäre mir am liebsten, wenn wir diesen Queen Anne Stil jetzt vergessen könnten.

Doch wir können diese Häuser (Ernest Hemingway wurde ich solch einem Haus geboren) nicht vergessen, weil sie in unserer Bilderwelt verankert sind. ➱Edward Hopper hat schon dafür gesorgt. Und natürlich Alfred Hitchcock. Wenn man Marion Crane heißt, blond ist und gerade vierzigtausend Dollar geklaut hat, dann sollte man nicht in einem ➱Queen Anne Haus absteigen, das Bates Motel heißt. Oder auf keinen Fall duschen.

Zurück ins England des 18. Jahrhunderts. Wir müssen Lord Burlington und den englischen Palladianismus erwähnen. Richard Boyle, der dritte Lord Burlington, den man auch den architect Earl nennt, hatte bei einer Italienreise die Besichtigung der Villen von Palladio ausgelassen. Erst wieder zurück in London und unter dem Einfluss der Veröffentlichungen von Colen Campbells Vitruvius Britannicus und Palladios Four Books of Architecture wird er zur treibenden Kraft dessen, was wir Palladianismus nennen. Und wird zusammen mit Coleen Campbell und William Kent seine Ideen verwirklichen.

Das da oben ist das vielleicht schönste Beispiel für den englischen Palladianismus, das Schloss Holkham Hall, das William Kent für  Thomas Coke, den ersten Earl of Leicester William Kent gebaut hat, mit ständiger Unterstützung von Lord Burlington. Der zweite Earl of Leicester wird dadurch berühmt werden, dass er das erfindet, was wir den Bowler nennen (lesen Sie ➱hier alles dazu).  Holkham Hall ist (wie Chiswick House in der Abbildung oben) ein schöneres Beispiel für die Palladian architecture als dies Bauwerk hier. Das ist natürlich Woburn Abbey (und sein Besitzer, der Duke of Bedford, hat ➱hier selbstverständlich schon einen Post). There will never be great architects or great architecture without great patrons, hat der englische Architekt Edwin Lutyens gesagt. Für das 18. Jahrhundert gilt das sicher. Für den Steglitzer Kreisel und die Hamburger Elbphilharmonie wahrscheinlich nicht.

Das hier ist natürlich an coolness nicht zu überbieten. Wir sind Greenwich, in einem Säulengang, der zum Queen’s House führt. Inigo Jones hat den Palast für die dänische Gemahlin von James I in Greenwich entworfen. Das Gebäude ist architektonisch schon originell gewesen, selbst wenn es letztlich eine etwas schlichtere Ausführung von Palladios Palazzo Chiericati war, es war der Beginn eines neuen Bauens in England. Queen Anne hat von dem Schloss nicht so viel gehabt, als es beinahe fertig war, ist sie gestorben. Erst sehr viel später wurde der Bau von Christopher Wren vollendet. Allerdings sind diese schönen Kolonnaden erst 1807 von Daniel Asher Alexander hinzugefügt worden (der übrigens gleichzeitig das Gefängnis von Dartmoor baute).

In Amerika gibt es keine Schlösser, selbst die Angehörigen der First Families of Virginia – dem Äquivalent des englischen Landadels – haben nur große Landsitze. Wie Washingtons Mount Vernon oder Jeffersons Monticello, von ➱Jefferson selbst entworfen. Aber für alles andere, was sie in den Kolonien bauen, nehmen sie sich natürlich englische Vorbilder.

Überall in New England findet man Kirchen wie diese, geben Sie bei Google Bilder mal New England Churches ein, und sie werden sofort verstehen, was ich meine. Wenn die Amerikaner schon ihre Revolution machen und bei der Kapitulation von General Cornwallis angeblich von einer Militärkapelle The world turned upside down gespielt wurde, hier bei den Kirchen ist die englische Welt noch in Ordnung.

Denn der Prototyp aller Kirchen Neuenglands stammt von dem Architekten James Gibbs (den Lord Burlington einst gefeuert hatte, um sich von Colen Campbell Burlington House fertig bauen zu lassen) und heißt St Martin-in-the Fields. Die Kirche in London haben die meisten amerikanischen Baumeister natürlich nicht gesehen. Doch Gibbs hatte 1728 A Book of Architecture (mit 150 Kupferstichen) veröffentlicht, er war der erste britische Architekt, der so etwas tat. Das ➱Buch dient jetzt in den Kolonien als Vorlage für den Kirchenbau. James Gibbs ist Schotte. Ebenso wie Coleen Campbell und die Adams Brüder. Es kommt im 18. Jahrhundert viel aus Schottland. Wie diese Architekten und die schottische Philosophie der Aufklärung. Und es kommt auch ein wenig Rebellion: die Anhänger der Stuarts proben 1715 und 1745 den Aufstand. Dazu gibt es hier mit Bonnie ➱Prince Charlie schon einen Post.

Für alles, was im 18. Jahrhundert in Amerika gebaut wird (und auch danach) gibt es nur eine Empfehlung: Palladio in Amerika: Die Kontinuität klassizistischen Bauens in den USA von Baldur Köster. Man kann nur hoffen, dass der Prestel Verlag dieses Buch endlich mal wieder auflegt, es ist ein wirklich hervorragendes Buch. Bis dahin könnten Sie bei Amazon Marketplace die restlichen Exemplare aufkaufen. Das Bild hier zeigt die Massachusetts Hall der Harvard Universität, ein klassisches Beispiel für die Georgian architecture. Die typischen langen Schornsteine hat das Gebäude auch.

Und diese wunderschönen Proportionen, die man jetzt durch die Verwendung der neuen sash windows erzielt, tragen natürlich zu dem zeitlosen Gesamteindruck bei. Man kann nur hoffen, dass sie niemals durch diese scheußlichen Plastikfenster ersetzt werden, mit denen man heute Häuser verschandelt. Ich weiß noch, welche Sensation Dieter Wielands Bauen und Bewahren auf dem Lande 1978 war. Eigentlich war es eine ➱Informationsbroschüre des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz, in Wirklichkeit war es eher eine Kampfschrift. Man kann sie übrigens in der zehnten Auflage kostenlos beim Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz bestellen.

Auf 175 durchgehend illustrierten Seiten (durchgehend schwarz-weiß, was für Architekturphotographie immer das Medium der Wahl ist) erläutert Baldur Köster die Kontinuität klassizistischen Bauens. Von den Einflüssen, die auf Wren und Gibbs zurückgehen, über das Weiße Haus bis zu Philip Johnsons postmodernem AT&T Building.

Was nicht in dem Buch ist, ist das obige Bild der Observatory Hill Dining Hall von Robert A.M. Stern, ein gelungener Versuch, Georgian Style und (Post-) Moderne miteinander zu verbinden. Mehr solcher Beispiele finden sich in Michael Greenhalghs interessantem Buch Was ist Klassizismus? Sie können das Buch ➱hier lesen, da gibt es aber nicht die Abbildungen, die in der Ausgabe des Artemis Verlags für Architektur enthalten sind. Wie dies schöne Neo-Georgian Haus von Quinlan Terry. Aber die schöne postmoderne Fassade täuscht, dahinter verbergen sich Parkhäuser und Großraumbüros.

Das hier ist natürlich keine postmoderne Schöpfung oder ein im 20. Jahrhundert restauriertes Gebäude wie das Haus, in dem ➱Thaddeus Kosciuszko gewohnt hat. Dies ist das Haus, das sich ein reicher Grundbesitzer namens Matthias Hammond in Annapolis kurz vor der amerikanischen Revolution von dem Architekten William Buckland (der auch Gunston Hall gebaut hatte) bauen ließ. Es stammt auch aus dem Buch eines Architekten, aus dem zweiten Buch von Palladios I Quattro Libri dell’Achitettura.

Zugegeben, Palladios Villa Pisani sieht ein wenig anders aus, aber der Einfluss ist nicht zu leugnen. William Buckland ist als indentured servant nach Amerika gekommen, hatte aber nach vier Jahren seine Freiheit zurück. Und ein erstklassiges Zeugnis seines Arbeitgebers. Eigentlich ist ein indentured servant ja eine Art weißer Sklave, aber in Bucklands Fall ist das Beschäftigungsverhältnis bei dem Bruder von George Mason (für den er auch Gunston Hall baut) wohl mehr ein Ausbildungsvertrag gewesen, denn er erhielt eine jährliche Bezahlung. Das Portrait von Buckland stammt von dem amerikanischen Maler Charles Willson Peale (der ➱hier natürlich einen Post hat).

Im Fall von William Buckland wissen wir eine Menge über den Architekten, aber das ist nicht bei allen Häusern aus dieser Zeit so. Über die Baumeister des Wentworth-Gardner Hauses (Bild) in Portsmouth (New Hampshire) oder des Vassall Hauses wissen wir überhaupt nichts. Dafür wissen wir beim Vassall Haus, dass es einst Washington als Hauptquartier diente und der Dichter Longfellow es im 19. Jahrhundert kaufte. Das bringt uns architekturgeschichtlich aber nicht viel weiter.

Baldur Kösters Buch Palladio in Amerika ist für Kunsthistoriker unverzichtbar, es gibt zwar Literatur zu Jeffersons Monticello und über Benjamin Latrobe, aber es gibt keine so vorzügliche Übersichtsdarstellung. Man braucht aber kein Kunsthistoriker zu sein, jeder normale Leser kann das Buch lesen. Köster schreibt klar und verständlich, man kann das Buch lesen und der Argumentation des Verfassers folgen, auch wenn man keine Grundkenntnis der Formensprache der Architektur besitzt. Man könnte zum Beispiel einen Amerikaurlaub mit diesem Buch vorbereiten. Ist vielleicht gewinnbringender, als Disneyland zu besuchen. Und das Buch wird den Leser neugierig machen auf den Mann, der all dies auf dem Gewissen hat: Andrea Palladio. Oder seine englischen Verehrer Inigo Jones, Christopher Wren und Lord Burlington.

War noch was? Ach ja, die englische Neugotik mit ihren sham ruins und ornamental hermits in künstlichen Grotten. Die erste Phase dieses Phänomens, das Alfred Kamphausen Gotik ohne Gott genannt hat, kommt im 18. Jahrhundert. Es sei denn, wir wollten es mit Christopher Wrens St. Mary Aldermary oder den Tom Tower vom Christ Church College als Beginn der Neugotik werten. Die zweite Welle des Gothic Revival beginnt im Jahrhundert darauf (ich hätte ➱hier eine ganz interessante Seite).

John Ruskin erklärte die Neugotik zum spirituellen Schönheitsideal des 19. Jahrhunderts, London ist voll davon. Man hätte die ganzen Scheußlichkeiten vielleicht längst abgerissen, wenn nicht der Poet Laureate John Betjeman seinen Kampf für die Erhaltung dieser Monströsitäten des 19. Jahrhunderts aufgenommen und gewonnen hätte. Im Bahnhof St Pancras (Bild) gibt es deshalb für ihn ein Denkmal. Betjeman verstand es auch geschickt, das neue Medium Fernsehen zu nutzen, um den Engländern seine architektonischen Geschmacksideale näher zu bringen. Aber wir hätten in Deutschland da auch einiges zu bieten, vom Kölner Dom bis zum Schloß Neuschwanstein.

Die Kunstgeschichte hat sich mit diesem Phänomen irgendwie ungern beschäftigt. Zwar gibt es für einzelne Länder wegweisende Studien, wie natürlich Kenneth Clarks Klassiker The Gothic Revival, aber niemand hatte sich bisher daran gemacht, die Neugotik als ein gesamteuropäisches Phänomen zu sehen. Von daher ist Christian Baurs in der Reihe Heyne Stilkunde erschienenes Buch Neugotik ein wirklich originelles Buch. Souverän von einem Kenner geschrieben, durchgehend farbig und schwarz-weiß illustriert. Eigentlich hätte das Buch es verdient, kein kleines Taschenbuch, sondern ein richtig fetter Bildband zu sein. So ein richtiges coffee table book. Den könnten sich auch Engländer ins Wohnzimmer legen. Lord Clark und Sir John Betjeman wären begeistert gewesen.

Alles weitere zum Gothic Revival habe ich eigentlich schon in die Posts zu ➱Horace Walpole und ➱William Beckford gesagt. In dem Post über Walpole kommt auch Ursula von der Leyen vor, die Gernot Hassknecht letztens in der Heute Show ein hyperaktives Frettchen genannt hat. Wenn Sie wissen wollen, wie es mit der amerikanischen Architektur weitergeht, dann lesen Sie die Posts ➱Louis Henry Sullivan und ➱Frank Lloyd Wright.

 

Ich habe es leider verpasst etwas über Christoph Willibald Gluck zu schreiben, der heute vor dreihundert Jahren geboren wurde. Lesen Sie doch einfach diesen schönen Post der ➱Che farò senza Euridice heißt.

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Über jay

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