Griechen

 

In der Folge Greeks Bearing Gifts der wunderbaren ➱Inspector Morse Serie findet sich eine Unterhaltung, in der Morse zu einem griechischen Unternehmer sagt: The last time l was at the Acropolis, a guide said to our party, in a very loud voice “Greece has two enemies – the Turks and Lord Elgin.“ l said, “Good God, that was nearly 200 years ago.“ Yes, and they’re still in the British Museum. Die Antwort des Griechen ist: Believe me, Chief lnspector, attitudes haven’t changed. Die Folge Greeks Bearing Gifts wurde 1991 gedreht, das Problem ist immer noch da.

Chief Inspector Morse hat in Oxford studiert, er weiß natürlich, das Vergil dem Laookon dieses schöne Quidquid id est, timeo Danaos et dona ferentes in den Mund legt. Und was hat Laookon davon, dass er die Hinterlist der Griechen durchschaut? Richtig, er wird mit seinen Söhnen von einer Riesenschlange erdrosselt. Und das alles nur, damit Gotthold Ephraim Lessing Laokoon. Oder: Über die Grenzen der Malerei und Poesie schreiben kann. Damit man auch noch in Eckermanns Geburtsstadt Referate darüber halten kann. Lessings Laokoon gibt es hier im ➱Volltext. Ich habe eine schöne Ausgabe aus dem 18. Jahrhundert, die ich aber nie benutze. Ich nehme immer das von Kurt Wölfel herausgegebene Insel Taschenbuch. Wir werden diese klassische Bildung nie los.

British Museum offers to lend Elgin Marbles back to Greece, war letztens die Schlagzeile des Independent. Warum leihen? Warum nicht retournieren? Es gibt doch heute hervorragende Reproduktionen, die man kaum vom Original unterscheiden kann. Da hat sich seit den Tagen von Domenico Brucciani, der im 19. Jahrhundert ganz England mit Abgüssen versorgte (die manchmal auch profanen Zwecken als Lampenhalter dienten) und eine eigene Galerie besaß, einiges getan. Seine Firma wurde nach seinem Tode von dem Board of Education übernommen und vom ➱Victoria & Albert Museum weitergeführt, bis man das 1951 aufgab, weil es sich finanziell nicht mehr lohnte.

Dieser Herr packt schon einmal Kunstschätze ein. Das ist natürlich George Clooney in dem Film Monuments Men. Während der Reklametour für den Film hat er gefordert, dass die Engländer den Griechen den Marmor zurückgeben sollen. Er musste das sagen, da seine frisch angetraute Gattin Amal Alamuddin Clooney die griechische Regierung juristisch in dieser Frage berät. Wir warten darauf, dass Frau Merkel etwas zu dem Ganzen sagt, die spricht zwar kein Griechisch, aber immer für ganz Europa.

Wir sollten vorsichtig sein. Denn – wenn man etwas genauer hinschaut – dann sind da auch noch Teile des Parthenon Frieses in Würzburg. Und in München. Redet mal jemand da drüber? Oder über Broomhall House, den Louvre, die Sammlungen des Vatikans, das Kopenhagener Nationalmseum oder das Kunsthistorische Museum in Wien. Es wäre jetzt etwas gehässig zu fragen, was von dem Parthenon Fries überhaupt noch übrig wäre, wenn Lord Elgin den nicht abgeschleppt hätte? Wahrscheinlich hätten die Türken ihn vergammeln lassen.

Oder die Touristen hätten ihn zerstört: Every traveler coming added to the general defacement of the statuary in his reach: there are now in London pieces broken off within our day. And the Turks have been continually defacing the heads… It was upon these suggestions and with these feelings, that I proceeded to remove as much of the sculpture as I conveniently could; it was no part of my original plan to bring away anything but my models, sagt der Earl of Elgin. Für den Anfang des 19. Jahrhunderts ist das sicherlich richtig, Jahrzehnte später, nach der griechischen Revolution und der Anerkennung Griechenlands als selbständiger Staat, sieht die Sache etwas anders aus. Truth is the daughter of time.

Lord Elgin hat in Griechenland einen Agenten namens Giovanni Battista Lusieri, einen neapolitianischen Landschaftsmaler (dies Bild der Akropolis ist von ihm). Dem schreibt er 1801: The plans for my house in Scotland should be known to you … The Hall is intended to be adorned with columns…. If each column were different … I should think that the effect would be admirable, but perhaps better if there were two of each kind. In either case I should wish to collect as much marble as possible. I have other places in my house which need it… You do not need any prompting from me to know the value that is attached to a sculptured marble or historic piece.

Das klingt noch nicht nach planmäßigem Marmorraub. Der ➱Brief an Lusieri im Jahre 1802 ist da schon deutlicher: The least thing from Athens is invaluable… The first on the list are the metops, the bas-reliefs, and the remains of the statues that can still be found. In particular the figures on the pediment of the Parthenon – at least the figure of the man – as many metops as you can obtain…. I beg you therefore to put some on board ship. To sum up, the slightest object from the Acropolis is a jewel. Auf dem Bild hier wird die Akropolis nicht etwa wieder aufgebaut, hier ist Luisieri bei der Demontage.

Elgin und Luisieri sind nicht die einzigen, die ein Auge auf die Akropolis geworfen haben, da ist noch Louis-François-Sébastien Fauvel, Maler wie Luisieri, der den Comte de Choiseul-Gouffier nach Griechenland begleitet hatte. Und der den Gedanken ganz charmant findet, die Akropolis nach Paris zu bringen. Wir sehen Fauvel hier auf einem Bild seines Kollegen Louis Dupré. Nicht im Malerkittel, sondern ganz elegant in der damals modischen ➱Werthertracht vor dem Berg sitzen, der jetzt so viele interessiert. Der Vorgänger von Lord Elgin als englischer Botschafter, hatte sich schon über das Vandalentum der Franzosen beklagt. Er selbst wird nur eine Vase nach England mitnehmen.

Aber dann sind da noch die Touristen. Die Mauerspechte und Kilroy was here Touristen der damaligen Zeit zerkloppten doch schon jeden antiken Stein. Selbst Lord Byron, der den Earl of Elgin eines Tages böse attackieren wird (aber friedlich mit ihm und dem Fries auf der Hydra nach England segelt) war nicht frei von solchem Frevel. Er hat 1810 seinen Namen in eine Säule des Poseidontempels in Souinion gehämmert. Tausende haben ihm das nachgemacht. Doch wenn Elgin seinen Namen in eine Säule des Parthenons ritzen lässt, dann ist das natürlich böse, und Byron schreibt das in sein Gedicht The Curse of Minerva.

Wo sich auch die ➱Fußnote findet: His lordship’s name, and that of one who no longer bears it, are carved conspicuously on the Parthenon; above, in a part not far distant, are the torn remnants of the basso-relievos, destroyed in a vain attempt to remove them. [On the Erechtheum there was deeply cut in a plaster wall the words—“Quod non fecerunt Goti, Hoc fecerunt Scoti.“]. Byron (für den die Elgin Marbles nur misshapen monuments sind) lässt keine Gelegenheit aus, die schottische Herkunft des Lords zu betonen. Engländer würden so etwas natürlich nie machen. Das mit den misshapen monuments ist auch die Meinung von Richard Payne Knight und der Society of the Dilettanti. Die ja schon viel, viel früher alles abgeschleppt haben, was sie in ➱Italien finden konnten. Regt sich jemand darüber auf?

Es ist nicht allein ein hehres Interesse an der Rettung der Kunst gewesen, das Thomas Bruce, den siebten Earl of Elgin (und elften Earl von Kincardine) bewegte, das antike Gestein aus dem Lande zu schaffen. Es geht wieder einmal um den schnöden Mammon. Vieles kommt gar nicht erst nach England, weil die Schiffe untergehen. Elgins erstes ➱Schiff, die Mentor, sank ja schon vor Kythera, und die kostbare Fracht wurde durch griechische Fischer gerettet. Die der Lord aus seiner Tasche bezahlen musste. Nach Ansicht Elgins und seiner Bewunderer war alles, was er tat, völlig korrekt. Der Gesandte beim Sultan des Osmanischen Reiches hatte sein Gesuch, Statuen nach England mitzunehmen, bürokratisch korrekt eingereicht. Zu einem glücklichen Zeitpunkt. Nelson hatte gerade bei Abukir gesiegt, jetzt beherrschen die Engländer das Mittelmeer.

Da kann ein türkischer Sultan schlecht nein sagen. Und so bekommt Elgin vom Sultan jenes ➱Dokument, in dem steht: e quando volessero portar via qualche pezzi di pietra con vechie inscrizioni, e figure, non sia fatta lor‘ oposizione. Dieses italienische qualche heißt ja im Englischen eigentlich some, aber der Reverend Philip Hunt macht in seiner englischen Übersetzung, die dem Parlament vorliegen wird, daraus any pieces of stone. Das wäre eine carte blanche, um ganz Griechenland abzuschleppen.

Vieles landet in Elgins Privatsammlung. Wahrscheinlich ist ihm der Parthenon Fries zu groß für das eigene Anwesen gewesen, er bietet ihn dem British Museum an. Die zögern ein wenig, lassen sich aber von dem berühmten Antonio Canova beraten. Der dem Museum auch empfiehlt, die Statuen so zu lassen, wie sie sind – der Louvre wird bei seinen Statuen allerdings fehlende Körperteile ergänzen. Bei fehlenden Körperteilen müssen wir noch erwähnen, dass Lord Elgin bei seinem griechischen Abenteuer einen Teil seiner Nase verlieren wird. Nicht durch Schönheitsoperationen wie Michael Jackson, wahrscheinlich war es die Syphilis, wie Byron vermutet. Oder das Quecksilber, das ihm seine Ärzte gegen das Asthma verabreichten.

Elgin erhält für seine Statuen 35.000 Pfund Sterling. Das ist eine schöne Summe (wenn wir sie mit hundert multiplizieren, kommen wir ungefähr auf den heutigen Wert), allein die Sache hat einen kleinen Haken. Die ganze Unternehmung hat den Lord mindestens 70.000 Pfund gekostet, da haben viele türkische und griechische Offizielle die Hand aufgehalten. Einen Earl of Elgin gibt es heute übrigens immer noch, er ist inzwischen einundneunzig. Er trägt hier nicht den Mantel des Hosenbandordens, für einen Schotten kommt nur der Order of the Thistle in Frage.

Seine Lordschaft hat im Gegensatz zu seinem Vorfahren keine Geldsorgen, er setzt auf die Landwirtschaft. Er humpelt ein wenig, seit er als junger Leutnant mit den Scots Guards am D-Day in Frankreich landete: I suppose the most terrifying thing for me was a British Royal Navy beach master with his beard and dog, hat er in einem Interview gesagt. Den beach master Colin Maud kennen wir aus dem Film The Longest Day, da wird er von Kenneth More (der im Krieg selbst Marineoffizier war) gespielt. Sie können die Szene, in der auch ➱Sean Connery vorkommt, ➱hier sehen.

Seine ➱Lordschaft hat übrigens in ➱Broomhall House noch einiges an Antike herumstehen. Nämlich all das, was das British Museum damals nicht haben wollte. In einer Sendung der BBC sagte das Oberhaupt des Clans Bruce vor Jahren, dass alle Anschuldigungen gegen seinen Vorfahren Totally unfair and completely untrue seien. Jeder Engländer should be proud of what was done.

Um die englische Begeisterung für den Parthenon Fries zu verstehen, muss ich mit Benjamin Haydon anfangen. Ein furchtbar schlechter Maler, über den Charles Dickens sagen wird: All his life he had utterly mistaken his vocation. No amount of sympathy with him and sorrow for him in his manly pursuit of a wrong idea for so many years — until, by dint of his perseverance and courage it almost began to seem a right one — ought to prevent one from saying that he most unquestionably was a very bad painter, and that his pictures could not be expected to sell or to succeed. Benjamin Haydon ist gerade dabei, dieses scheußliche Bild von dem Römer Siccius Dentatus für Lord Mulgrave zu malen, als der Maler ➱David Wilkie vorbeikommt. Der sagt ihm nicht etwa, dass dies auf dem Bild in Wirklichkeit Benjamin Haydon ist, wie er gegen seine Feinde in der Royal Academy kämpft, nein, er nimmt ihn mit in das Britische Museum.

Das hier sind nicht Haydon und Wilkie, das ist Alma-Tademas Bild Phidias Showing the Frieze of the Parthenon to his Friends, sozusagen eine antike Vernissage. Hat sich Haydon ähnlich gefühlt wie die Freunde von Phidias? Der Ausflug mit Wilkie wird das Erlebnis seines Lebens: Wilkie proposed that we should go and see the Elgin Marbles… I agreed, dressed, and away we went to Park Lane. I had no more notion of what I was to see than of anything I had never heard of, and walked in with the utmost nonchalance. Viele Künstler werden nach ihm über ein Erlebnis von edler Einfalt und stiller Größe angesichts der Elgin Marbles reden, aber er, Benjamin Haydon, ist der erste:

I shall never forget the horses’ heads—the feet in the metopes! I felt as if a divine truth had blazed inwardly upon my mind and I knew that they would at last rouse the art of Europe from its slumber in the darkness. The first thing I fixed my eyes on was the wrist of a figure in one of the female groups, in which were visible, though in a feminine form, the radius and ulna. I was astonished, for I had never seen them hinted at in any female wrist in the antique. I darted my eye to the elbow, and saw the outer condyle visibly affecting the shape as in nature. I saw that the arm was in repose and the soft parts in relaxation. That combination of nature and idea which I had felt was so much wanting for high art was here displayed to mid-day conviction. My heart beat! If I had seen nothing else I had beheld sufficient to keep me to nature for the rest of my life. (Sie können den ganzen Text ➱hier lesen).

Haydon wird es von nun an als seine Lebensaufgabe sehen, dass ganz England ein Erlebnis wie er hat. Das erste Opfer seiner Proselytenmacherei ist John Keats, den er zu den Elgin Marbles schleppt. Der Rest ist Literaturgeschichte. Keats schreibt On Seeing the Elgin Marbles. Die Freundschaft zwischen Haydon und Keats ist eine problematische Sache. Keats, arm wie eine Kirchenmaus, leiht Haydon Geld. Er wird es nie zurückbekommen. Haydon wird nach dem Tod von Keats alles tun, um ihn zu verleumden. Hören wir einmal ➱Matthew Arnold zu: There is Haydon’s story of him, how ‘he once covered his tongue and throat as far as he could reach with Cayenne pepper, in order to appreciate the delicious coldness of claret in all its glory—his own expression.’ One is not much surprised when Haydon further tells us, of the hero of such a story, that once for six weeks together he was hardly ever sober. ‘He had no decision of character,’ Haydon adds, ‘no object upon which to direct his great powers.’

Haydon hat auch Heinrich Füssli, der jetzt ➱Henry Fuseli ist, zu den Statuen gebracht. Der das Kunsterlebnis ebenso emotional verarbeitete wie Haydon, der darüber schreibt: At last we came to Park Lane. Never shall I forget his uncompromising enthusiasm. He strode about saying, „De Greeks were godes! de Greeks were godes!“ Das emphatische Gedicht On Seeing the Elgin Marbles, das Keats in einer Nacht geschrieben hat, kommt im Doppelpack daher. Nämlich mit einem anderen Gedicht, das To Haydon with a Sonnet Written on Seeing the Elgin Marbles heißt:

Haydon! forgive me that I cannot speak

Definitively of these mighty things;

Forgive me, that I have not eagle’s wings,

That what I want I know not where to seek,

And think that I would not be over-meek,

In rolling out upfollowed thunderings,

Even to the steep of Heliconian springs,

Were I of ample strength for such a freak.

Think, too, that all these numbers should be thine;

Whose else? In this who touch thy vesture’s hem?

For, when men stared at what was most divine

With brainless idiotism and o’erwise phlegm,

Thou hadst beheld the full Hesperian shine

Of their star in the east, and gone to worship them!

Dies Sonett ist lange nicht so berühmt geworden wie jenes, das Written on Seeing the Elgin Marbles heißt (➱hier im Volltext). Mit dem Gedicht tritt Keats in England jetzt etwas los. Also zum Beispiel so etwas wie:

‚O Greece ! thou sapient nurse of finer arts, 

Which to bright Science blooming Fancy bore, 

Be this thy praise, that thou, and thou alone, 

In these hast led the way, in these excell’d, 

Crown’d with the laurel of assenting Time. 

OH ! who hath trod thy consecrated clime, 

Fair land of Phidias ! theme of lofty strains ! 

And traced each scene that, midst the wrecks of time, 

The print of Glory’s parting step retains ; 

Nor for awhile, in high-wrought dreams, forgot, 

Musing on years gone by in brightness there, 

The hopes, the fears, the sorrows of his lot, 

The hues his fate hath worn, or yet may wear ; 

As when, from mountain-heights, his ardent eye 

Of sea and heaven hath track’d the blue infinity

Das geht jetzt noch stundenlang so weiter. Wenn Sie Felicia Hemans New Greece lesen wollen, klicken Sie ➱hier. Mit Keats und Haydon hat eine Krankheit namens Philhellenismus begonnen, die ganz Europa erfassen wird. Erst Frau Dr Eliza Marian Butler wird ein Gegenmittel finden, wenn sie 1935 ihr Buch The Tyranny of Greece over Germany: A Study of the Influence Exercised by Greek Art and Poetry over the Great German Writers of the Eighteenth, Nineteenth, and Twentieth Centuries schreibt. Dies Bild von Archibald Archer aus dem Jahre 1819 zeigt den vorläufigen Elgin Room, ganz links ist übrigens Benjamin Haydon zu sehen.

Und was sagt Englands führender Dichter und größter Verehrer der Griechen zu John Keats? Er schreibt an seinen Freund und Verleger John Murray im Sommer 1820: Here are Johnny Keats’s piss a-bed poetry […] There is such trash of Keats and the like upon my tables, that I am ashamed to look at them […] No more Keats, I entreat: flay him alive; if some of you don’t I must skin him myself: there is no bearing the driveling idiotism of the Mankin…. The Edinburgh praises Jack Keats or Ketch, or whatever his names are […] why, his is the Onanism of Poetry — something like the pleasure an Italian fiddler extracted out of being suspended daily by a Street Walker in Drury Lane. This went on for some weeks: at last the Girl went to get a pint of Gin — met another, chatted too long, and Cornelli was hanged outright before she returned. Such like is the trash they praise, and such will be the end of the outstretched poesy of this miserable Self-polluter of the human mind…. Mr Keats, whose poetry you enquire after, appears to me what I have already said: such writing is a sort of mental masturbation — he is always frigging his Imagination. I don’t mean he is indecent, but viciously soliciting his ideas into a state, which is neither poetry nor anything else but a Bedlam vision produced by raw pork and opium.

Ich bin niemals von dem Philhellenismus angesteckt worden, ich hatte glücklicherweise kein Altgriechisch an der Schule. My spirit is too weak—mortality Weighs heavily on me like unwilling sleep. Aber die Schülerweisheit Ho mē dareis anthrōpos ou paideuetai (Der Mensch, der nicht geschunden wird, der wird auch nicht erzogen), die kann ich jederzeit zitieren. Doch grundsätzlich bin ich der Meinung, dass die Thesen von Eliza Marian Butler viel zu wenig diskutiert worden sind. Die Nazis haben das Buch bei seinem Erscheinen gleich verboten.

Glauben Sie bitte nicht, dass dies die Disneyland Version von griechischer Klassik ist. Selbst wenn es für die Verehrer der weißen Marmorstatuen in edler Einfalt und stiller Größe wie ein Schock kommt: die Statuen waren bunt. Der Archäologe Vinzenz Brinkmann hat mit seiner ➱Ausstellung vor Jahren viele verschreckt.

Vielleicht sollten die Engländer die Elgin Marbles erst einmal bunt anmalen und dann den Griechen offerieren.

Für Goethe zeigte der Mannheimer Antikensaal die herrlichsten Statuen des Altertums nicht allein an den Wänden gereiht, sondern auch innerhalb der ganzen Fläche durch einander aufgestellt; ein Wald von Statuen, durch den man sich durchwinden, eine grosse ideale Volksgesellschaft, zwischen der man sich durchdrängen musste. Schiller schrieb nach dem ➱BesuchHeute endlich, habe ich eine unaussprechlich angenehme Überraschung gehabt. Mein ganzes Herz ist davon erweitert. Ich fühle mich edler und besserIch komme aus dem Saal der Antiken zu Mannheim.

Wenn mir nach Klassik ist, dann gehe ich in die Antikensammlung der Kunsthalle, die der Professor Peter Wilhelm Forchhammer im 19. Jahrhundert mit Gipsabdrücken der Elgin Marbles begründete. Der Eintritt ist übrigens frei, aber am Eingang steht ein Glaskasten, in den man Geld einwerfen kann. Ich habe beim letzten Besuch eine Handvoll englischer Münzen, die ich noch zu Hause in einer Schachtel hatte, hineingeworfen. Ich fühlte mich edler und besser.

Ich gebe einmal Herman Melville das letzte Wort, der dies kleine Epigramm verfasste:

Not magnitude, not lavishness,

But Form—the Site;

Not innovating wilfulness,

But reverence for the Archetype.

Lesen Sie auch: ➱Wilhelm Müller, ➱Griechen-Müller, ➱Bertel Thorvaldsen

Über jay

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