Blechen

Am 3. Januar 1882 hat Theodor Fontane die Carl Blechen Sammlung des Apothekers Carl Ludwig Kuhtz besichtigt und sich von dem Sammler alles über Blechen erzählen lassen: Um 11 zu Herrn Kuhtz, Friedrichstraße 31, der mir seine Blechen-Sammlung, Oelbilder und Zeichnungen, zeigt und mir allerhand über Blechen und seine Schicksale erzählt. Einen Tag später besucht er die Blechen Ausstellung in der Nationalgalerie. Und dann beginnt er mit seinem Forscherdrang. Er besucht die Akademie der Künste und studiert alle Akten, die Blechen betreffen. Er besucht Elisabeth Brose, die Witwe des Bankiers und Kunstsammlers Christian Wilhelm Brose, und sieht Broses Blechen Mappen durch. Er bekommt von ihr auch Briefe geliehen. Fontane ist dabei, einen langen Aufsatz über Blechen – ein Malergenie ersten Ranges – zu schreiben. Der bleibt allerdings leider ein Fragment, im Gegensatz zu ➱Franz Skarbina wird Blechen in Fontanes Romanen nicht erwähnt.

Das erste Bild von Blechen, das ich in einem Kunstband sah, war die Villa d’Este in Tivoli. Die Abbildung war zwar nur klein und in Schwarz-weiß, aber mir war sofort klar, dass dies ein Bild eines Malergenies ersten Ranges war. Ich war sechs oder sieben, den Bildband hatte ich meinem Opa gemopst. Er enthielt hauptsächlich die Historienmalerei des 19. Jahrhunderts, dies Bild stach heraus. Ich habe die Geschichte schon einmal an einem 29. Juli, dem Geburtstag des Malers, erzählt, aber ich stelle sie hier gerne noch einmal hin (illustriert mit Fontanes Lieblingsbild):

Als ich klein war, habe ich meinem Opa aus seiner Bibliothek zwei Bildbände (vorübergehend) entwendet. Der eine war großformatig und enthielt hauptsächlich deutsche Historienmalerei. Der verschaffte mir eine souveräne Kenntnis einer Malerei, für die sich Kunsthistoriker normalerweise schämen. Ich meine jetzt solche Bilder wie Franz von Defreggers ➱Andreas Hofer (obgleich ich im Internet sehe, dass es da immer noch Interesse für das Bild gibt, wahrscheinlich wohnen die alle in Bayern) oder Richard Knötels Heldentod des Prinzen Louis Ferdinand bei Saalfeld. Das andere Buch von Opa war etwas kleiner im Format, eine Geschichte der deutschen Malerei. Es enthielt von Blechen (leider waren alle Bilder nur in Schwarzweiß) das Bild der Villa d’Este. Mich faszinierte der fremdartige Name, aber noch mehr die Malerei. Und ich wusste damals ganz genau: so muss Malerei sein, so wie Carl Blechen! Nicht wie Richard Knötel. Ich war damals sechs. Ich habe meine Meinung bis heute nicht geändert.

Das steht in dem ausführlichen Post ➱Carl Blechen. Der Maler wird noch erwähnt in den Posts ➱Eduard Gaertner, ➱Franz Krüger, ➱Kreidefelsen, ➱Caspar David Friedrich, ➱Nachtigallen, ➱Stadtansichten, ➱Johan Christian Clausen Dahl, ➱måneskinnsmaler, ➱Eduard Daege, ➱Deutsche Romantik, ➱Gemäldegalerie, ➱Anna Waser, ➱Overbeck, ➱Mein Dänemark, ➱Gothick, ➱André Malraux, ➱Albert Weisgerber, ➱Friedhof, ➱29. Februar

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