Wellen

 

Dies schöne Bild von dem Flensburger Maler Ludwig Dettmann brauche ich jetzt für den Anfang. Ich hatte es schon einmal abgebildet, in dem Post, der den seltsamen Namen ➱ythlaf trägt. Ostsee, Strand und Frauen, das passt wunderbar zu dem Roman von Eduard von Keyserling, der Wellen heißt. Habe ich gerade gelesen. Ich lese ja noch manchmal. Weniger als früher, weil ich viel Zeit für das ➱Schreiben brauche. Und während des Schreibens lese ich, für das Schreiben. Als ich über ➱Effi Briest schrieb, habe ich Hochhuths Effis Nacht noch einmal gelesen. Als ich über Monets ➱Camille schrieb, habe ich die Autobiographie von Gustav Pauli noch einmal gelesen. Für ➱Peepshow las ich Nicholas Freelings Double Barrel, für den Post über ➱Friedrich Ahlers-Hestermann habe ich seine Autobiographie gelesen. Und so weiter. Das heißt, ich lese noch, aber anders. Nicht mehr so wie früher, als die ganze ➱Literatur der Welt noch vor einem lag.

Den Roman Wellen des Grafen Keyserling fand ich für einen Euro im Antiquariat, es war die Nummer 30 der Hundert Bücher der Süddeutschen Zeitung. Ich las die ersten drei Seiten und nahm das Buch mit. Die ersten Seiten sind gut. Ein wenig wie Fontane, mit dem man Keyserling immer wieder verglichen hat. Wie es die ➱Zeit vor fünf Jahren tat, die ihn sogar besser als Fontane fand. Ist er nicht ganz, keine Sorge. Zuviel Adjektive, zuviel Kitsch. Man kann Trivialromane gegen den Strich lesen, man kann sie aber auch gegen den Strich schreiben, das tat Fontane, hat Karlheinz Gärtner in seiner Dissertation über Fontane geschrieben.

Keyserling schreibt keine Trivialromane, auch wenn er manchmal mit seinen Klischees nah dran ist. Aber er ist mit seinem impressionistischen Stil und der leichten Dekadenz auch manchmal nah an der Weltliteratur. Da, wohin ➱Eufemia von Adlersfeld-Ballestrem nicht kommen wird. Die Nähe von Keyserling zu Fontane hatte schon Thomas Mann (der seinen Fontane ganz genau gelesen hatte) erkannt: Man wird den Namen Fontane’s immer nennen, wenn von Keyserling die Rede ist. Die Aszendenz ist deutlich. Es gibt Stellen bei Keyserling, Dialogstellen zumal, die wörtlich so bei Fontane stehen könnten … Es ist dieselbe Distanzierung und Durchheiterung einer feudalen Wirklichkeit bei Fontane und Keyserling — der märkischen dort, der baltischen hier. Eine sehr ähnliche geistige Stimmung bei beiden, Skepsis und Resignation. 

Wenn man will, kann man vielleicht auch Beziehungen zwischen Keyserling und Eichendorff herstellen, wie Boris Hoge in einem ➱Aufsatz gezeigt hat. Das ist interessant, aber wohl etwas weit hergeholt. Näher liegen würden Autoren wie ➱Jens Peter Jacobsen, Herman Bang und Iwan Turgenjew. Das wusste Thomas Mann auch schon, der den Nachruf auf Keyserling  (den er einen Fontane in Moll nannte) schrieb: Ich finde die Namen Fontanes und Iwan Turgenjews in jedem Nekrolog; ich vermisse einen dritten, uns näheren, den teuren, traurigen Namen Herman Bangs. Es ist sicher, daß sie sich einander sehr nahe gefühlt haben, der dänische Patrizier und der ostpreußische Junker. Da ich schon wieder einmal aus der Rolle des Bloggers gefallen bin, und sich der Literaturwissenschaftler in mir gemeldet hat, möchte ich anmerken, dass man den Bremer Schriftsteller ➱Friedo Lampe immer wieder (und wohl nicht zu Unrecht) mit Herman Bang und Eduard von Keyserling verglichen hat.

Der Roman Wellen und der Graf von Keyserling (hier von Lovis Corinth gemalt) haben vor einigen Jahren ihre Renaissance gehabt, weil Marcel Reich-Ranicki im Literarischen Quartett Ein ganz und gar sinnliches Buch, eine schöne Liebesgeschichte verkündete. Was Florian Illies in der Zeit mit dem Satz kommentierte: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Nachdem Reich-Ranicki den Roman empfohlen hatte, sicherte sich die Berliner Produzentin Regina Ziegler sofort die Filmrechte. Und bot die Regie des Films Vivian Naefe, der großen Frauenversteherin des deutschen Films, an. Viele von Naefes Filmen haben die Darstellerinnen berühmt gemacht, wie zum Beispiel Veronica Ferres in Eine ungehorsame Frau. Und so wurde dies wieder ein typischer Naefe Emanzipationsstoff, wie die Berliner Zeitung schreibt.

Der Film beginnt mit halbnackten Mädchen in der Dusche eines Pensionats. Man fürchtet schon im falschen Film zu sein und einen Lesbenporno gekauft zu haben. Oder eine Neuauflage von Romy Schneiders Mädchen in Uniform. Aber dann flackert ein Schriftzug über die Leinwand und verkündet: Berlin 1913. Elf Monate vor dem Kriegsausbruch. Es ist gut, dass der Graf Keyserling, der den Roman um 1910 schrieb, das nicht zu sehen braucht. Und so kann man munter Dinge aus einer anderen Zeit in den Film transponieren. Niemand wird um 1910 (oder 1913) das Wort Infrastruktur benutzen, niemand wird eine Davidoff rauchen. Und die Gräfin wird nicht sagen: Ziehen Sie Ihre Angel ein, ich bin der falsche Fisch. Das sagt jemand in Some like it hot. Das soll jetzt witzig sein, ist es aber nicht.

Man kann den Roman Wellen leicht im Buchhandel oder im Antiquariat finden, man kann ihn aber auch ➱hier auf dem Bildschirm lesen. Wenn man einen großen Bildschirm hat, geht das sehr gut. Bei einem Buch überblickt man nur eine Buchseite, hier hat man beinahe ein Kapitel im Blick. Wir sind an der Ostsee, wahrscheinlich eher in ➱Nidden als in Weißenhaus. Das Bild von Max Liebermann ist aus der Reihe seiner schönen Strandbilder, zwar Nordsee und nicht Ostsee, aber das macht nichts. Wir brauchen nur Meer, Strand, Himmel und junge Frauen in weißen Kleidern.

Natürlich kann das Meer symbolisch sein. Ist es auch bei Keyserling, wenn auch nicht in dem Maße, in dem Virginia Woolf in Die Wellen davon Gebrauch macht. Der Maler Hans Grill möchte in einem Gemälde das Meer und Doralice vereinen (Ja, dich und das Meer. Ihr beide müßt zusammen auf ein Bild und eine Synthese von dir und dem Meer, verstehst du?). Die beiden jungen Baronessen werden in ihren Gefühlen berührt: Oben in der Giebelstube, Lolos und Ninis Schlafzimmer, standen die beiden Mädchen noch am Fenster und schauten hinaus. Das mondbeglänzte Meer, das Rauschen und Wehen da draußen ließ ihnen keine Ruhe, es erregte sie fast schmerzhaft, und das Paar, das dort unten an den blanken Säulen der brechenden Wellen hinschritt, gehörte mit zu dem Erregenden und Geheimnisvollen da draußen, das den beiden Mädchen ein seltsames Fieber in das Blut legte.

Doch Keyserling kann das Meer auch ironisch behandeln, er nutzt alle Facetten: Man setzte sich auf der Veranda zur Abendmahlzeit nieder an den Tisch, über den das rote Abendlicht hinflutete und der Seewind an dem Tischtuch und den Servietten zerrte. Das machte die Gesellschaft schweigsam, so das Meer vor sich war es, als sei man nicht allein, nicht unter sich. „Ich habe mir das Meer größer gedacht,“ erklärte Wedig endlich. „Natürlich, mein Sohn,“ meinte die Generalin. „Du willst wohl für dich ein Extra-Meer.“

Dies ist in gewisser Weise die Geschichte von Effi Briest in der Sommerfrische, die Geschichte der jungen mittellosen Gräfin Doralice, die ihren Mann verlassen hat, um mit einem Maler zusammenzuleben. Das ist eine ungeheuerliche Sache für den Kleinadel kurz nach der Jahrhundertwende. Keyserling (selbst wegen einer finanziellen Lappalie von seiner Studentenverbindung und seiner Familie verstoßen) hat übrigens die Geschichte mit dem Maler und dem unstandesgemäßen Zusammenleben schon einmal Jahre zuvor in seiner Erzählung ➱Beate und Mareile gebraucht, jetzt recycelt er das noch einmal und macht Doralice zu einer tragischen Heldin. Vivian Naefe hat gesagt, sie habe die Gräfin sympathischer gemacht. Man fürchtet sich bei Literaturverfilmungen vor solchen Aussagen.

Die Keyserling Renaissance unserer Zeit betrifft nicht nur seine Romane, sie betrifft auch die Verfilmungen. Und vieles bei Keyserling schreit ja geradezu nach einer Verfilmung. Darüber sagte Florian Illies 2009 in der ➱ZeitDoch ist es das Wesen von Nostalgie, dass ihre Wirkung kurz nach dem Moment der Beschwörung wieder verpufft, weil ihren Objekten die Kraft zum eigenen Leben fehlt. Deswegen verhallten nicht nur immer wieder die Fanfarenstöße der verzückten Ausgräber, auch der Kostümrausch der Romanverfilmungen ‚Schwüle Tage‘ (1978), ‚Am Südhang‘ (1980), ‚Beate und Mareile‘ (1981) und ‚Wellen‘ im Jahre 2005 versendete sich in Minutenschnelle, indes: die Werke Eduard von Keyserlings blieben. Über die Verfilmung von Wellen wäre doch noch einiges zu sagen.

Der für das ZDF und arte produzierte Fernsehfilm Wellen, der in Litauen gedreht wurde, hatte als Drehbuchautor Günter Schütter, der viel mit Dominik Graf zusammengearbeitet hat. Und für einen Fernsehkritiker namens Rainer Tittelbach ist das alles ganz prima: Sommer 1913. Es war die Zeit, als Zucht und Ordnung herrschte und die Damen der besseren Gesellschaft stets um „Contenance“ bemüht waren. Bereits der elegant gebaute, mit feiner Ironie gespickte Roman, der in der Sommerfrische an der Ostsee eine Reihe unterschiedlichster Menschen zusammen führt, liest sich kurzweilig. Die ZDF-Verfilmung nimmt diese Leichtigkeit auf und transportiert sie meisterlich in das Medium Film.

Ähnlich äußert sich Dieter Wunderlich, dessen Seiten sonst immer zuverlässig sind, wenn er sagt: Abgesehen davon hält sich der Film „Wellen“ eng an die Vorlage und weicht nur in Nebensächlichkeiten davon ab. In Nebensächlichkeiten? Aber hallo Leute, geht’s noch?Habt ihr den Roman nicht gelesen, den Film nicht gesehen? Der ist, trotz guter Schauspieler, trotz schöner Bilder, trotz passender Kostüme, eine Travestie, keine Literaturverfilmung. Das fängt wie gesagt schon damit an, dass die Handlung elf Monate vor den Beginn des Ersten Weltkriegs verlegt wird (der Roman erschien 1911).

So kann dann der junge Leutnant  Carl von Gonthard (der im Roman Hilmar von Hamm heißt) der Gräfin Doralice (Marie Bäumer) beim Sex a tergo ins Ohr flüstern, dass die Luftwaffe schon mit Giftgas experimentiert. Schlimmer geht’s nimmer. Im Roman gibt es kein Giftgas, nur giftgrüne Wellen auf einem Altarbild. Im Roman gibt es auch keinen Sex. Gut, die Personen träumen davon, so wie die junge Baronesse Lolo von Doralice träumt, aber Keyserling vermeidet Sexszenen. Gab es so etwas je bei Fontane? Welchen Gewinn haben wir in der Literatur von explizitem Sex? Wir lassen den Monolog von Molly in ➱Ulysses mal aus. Musste ➱American Psycho wirklich geschrieben werden?

Vivian Naefe hat keinen Scheu vor Sexszenen: Alle suchen nach der großen Liebe und geben sich mit Sex zufrieden, hat Naefe über ihren Film gesagt. Die Frauen leiden nur anders als die Männer. Und so bumst der Baron von Buttlär das kleinwüchsige Dienstmädchen (das wir als die Assistentin von ➱Professor Boerne aus dem Münsteraner Tatort kennen) und verprügelt danach seinen Sohn Willy. Beides kommt im Roman nicht vor, da heißt der Sohn Wedig und ist fünfzehn Jahre alt. Viel älter als dieses Filmkind hier. Auch seine Schwester Nini ist im Roman schon erwachsen, hier ist sie noch ein Kind.

Warum das alles? Es macht keinen Sinn. Oder will uns Frau Naefe sagen, dass sexbesessene baltische Barone (Matthias Habich als Baron von Buttlär fasst sich ständig mit der Hand an sein Geschlechtsteil, ein schöner Höhepunkt des ham acting) elf Monate vor dem Ersten Weltkrieg nichts anderes zu tun haben, als ihre Dienstmädchen zu bumsen und ihre Kinder zu schlagen? Buttlär ist im Film Offizier, im Roman ist er ein Gutsbesitzer. Ich könnte die Liste der absurden Änderungen des Romans beliebig fortsetzen. Von einer Werktreue kann man bei diesem Fernsehfilm nicht reden. Im Internet finden sich beinahe nur lobhudelnde Besprechungen des Films, glücklicherweise ist da aber noch die Professorin Alexandra Pontzen, die 2005 schreibt: Es dürfte nicht schwerfallen, etwas Niveauvolleres zu produzieren als die missglückte, ja in einigen Szenen alberne, filmische Adaption von Keyserlings Roman „Wellen“, die das ZDF am 5. Mai dieses Jahres gesendet hat.

Es ist schade für die Darsteller, es ist schade für die hübsche Marie Bäumer, dass sie nicht mal in einem richtig guten Film mitspielen darf. Also ➱Männerpension war ja ein netter Anfang, aber da muss sie mit Til Schweiger ins Bett, das kann es nicht sein. ➱Mitte Ende August (frei nach Goethes Wahlverwandtschaften) hätte ein schöner kleiner Film werden können, aber den hat der Burgschauspieler Gert Voss versaut, dem der Regisseur nicht die Bühnensprache abgewöhnen konnte. Wäre Marie Bäumer, die man schon einmal eine zweite Romy Schneider genannt, Französin, dann würde sie in schönen Filmen mitspielen. Weil die Franzosen den Satz von ➱Truffaut Le cinéma c’est l’art de faire faire de jolies choses à de jolies femmes ernst nehmen. Hat ihr aber nichts geholfen, dass sie einmal in ➱Frankreich gelebt hat. In Deutschland muss sie in ➱Der Schuh des Manitu mitspielen.

Seit es den Film gibt, haben sich die Filmstudios in dem unerschöpflichen Vorrat der Literatur bedient, haben die Literatur geplündert, sind vor nichts zurückgeschreckt. Die Kritiker träumen von der Werktreue, doch das ist ein Begriff, der mit den kommerziellen Interessen einer Filmgesellschaft nicht zu vereinbaren ist. Wenn man an die neueste Verfilmung von ➱The Great Gatsby mit Leonardo DiCaprio denkt, dann hat das ja auch nichts mehr mit Fitzgeralds Roman zu tun. Regina Zieglers erste Filmproduktion war Peter Steins Inszenierung von Maxim Gorkis ➱Sommergästen, damals hatte sie noch die Literatur und die Werktreue im Sinn. Aber zu der Zeit, als sie die Rechte von Wellen kaufte, da war sie bei Filmen wie ➱Frauen, die Prosecco trinken und der Degeto angekommen. Ziegler verkörpert die Ambivalenz des deutschen Fernsehens wie niemand sonst: den seichten Degeto-Kitsch wie die ambitionierten Eventproduktionen gleichermaßen, schrieb die TAZ. Mit dem Film Wellen sind wir eher bei dem zähen Degeto Quark.

Literaturverfilmungen sind eine schwierige Sache, die Engländer können das offensichtlich besser, wenn wir an die vielen ➱Jane Austen Filme, an ➱A Dance to the Music of Time oder ➱Brideshead Revisited denken. Franzosen können das auch, Bertrand Tavernier hat das mit dem schönen Film ➱Un dimanche à la campagne gezeigt. Und Raoul Ruiz hat mit ➱Le temps retrouvé bewiesen, dass man Proust vielleicht doch verfilmen kann. Wenn ich zu dem Thema ein Buch empfehlen darf, dann wäre das der Suhrkamp Band Literaturverfilmungen, der von Franz-Josef Albersmeier und Volker Roloff herausgegeben wurde. Wenn Sie mehr über Literaturverfilmungen lesen wollen, dann kann ich auf den Post ➱The Go-Between verweisen. Es ist einer der wenigen Posts in diesem Blog, der vor vielen Jahren in einem Buch veröffentlicht worden war, ich würde ihn heute immer noch genau so schreiben. Allerdings ein paar gehässige Bemerkungen über das ➱Musical einfügen, das es damals noch nicht gab.

Die Generalin von Palikow und Fräulein Malwine Bork, ihre langjährige Gesellschafterin und Freundin, kamen in das Wohnzimmer. Sie wollten sich ein wenig erholen. Die Generalin setzte sich auf das Sofa, das frisch mit einem blanken, schwarz und roten Kattun bezogen war. Sie war sehr erhitzt und löste die Haubenbänder unterm Kinn. Das lila Sommerkleid knisterte leicht, die weißen Haarkuchen an den Schläfen waren verschoben und sie atmete stark. Sie schwieg eine Weile und schaute mit den ein wenig hervorstehenden grellblauen Augen kritisch im Zimmer umher. Das Zimmer war weiß getüncht, wenig schwere Möbel standen an den Wänden umher und über die Bretter des Fußbodens war Sand gestreut, der in der Abendsonne glitzerte. Es roch hier nach Kalk und Seemoos.

„Hart,“ sagte die Generalin und legte ihre Hand auf das Sofa.

Fräulein Bork neigte den Kopf mit dem leicht ergrauten Haar auf die linke Schulter, blickte schief durch die Gläser ihres Kneifers auf die Generalin, und das bräunliche Gesicht, das aussah wie das Gesicht eines klugen älteren Herrn, lächelte ein nachdenkliches, verzeihendes Lächeln. „Das Sofa,“ sagte sie, „natürlich, aber man kann es nicht anders verlangen. Für die Verhältnisse ist es doch sehr gut.“

„Liebe Malwine,“ meinte die Generalin, „Sie haben die Angewohnheit, alles gegen mich zu verteidigen. Ich greife das Sofa gar nicht an, ich sage nur, es ist hart, das wird man doch noch dürfen.“

So fängt der Roman an, und der Romananfang verführt zum Weiterlesen. Die liebe Malwine ist übrigens nicht im Film, da wird sie mit dem Satz, dass sie eine Nierenkolik hatte und in der Charité operiert würde, aus dem Film komplimentiert. Wenn Florian Illies schreibt der Kostümrausch der Romanverfilmungen ‚Schwüle Tage‘ (1978), ‚Am Südhang‘ (1980), ‚Beate und Mareile‘ (1981) und ‚Wellen‘ im Jahre 2005 versendete sich in Minutenschnelle, indes: die Werke Eduard von Keyserlings blieben, dann hat er schon recht. Der Roman bleibt. Und er ist der Lektüre wert. Und wenn Sie Wellen unbedingt in einem anderem Medium als dem Buch haben wollen, dann nehmen Sie doch das Hörspiel. Hören Sie doch ➱hier einmal hinein.

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